
Weltweiter Zugriff
Vor einigen Jahren kam das Schlagwort Thin Client auf. Eine der Ideen dabei war, dass der Benutzer überall seine gewohnte Arbeitsumgebung, Daten und Konfigurationen findet, egal welchen Rechner er gerade benutzt. Erreicht werden sollte das dadurch, dass dieser Rechner nur einige wenige, allen Systemen gemeinsame Komponenten (X-Server, Browser, Java Engine) enthält und alles andere auf einem von überall erreichbaren Netzlaufwerk geliefert wird. Netzlaufwerke sind aber nicht überall auf der Welt und zu jeder Zeit mit der erforderlichen Performance, Sicherheit und Zuverlässigkeit erreichbar. Ein anderer Ansatz ist daher, Daten, Konfigurationen und auch Programme auf einem USB-Memory Stick unterzubringen.
Portable Apps
Viele Anwendungen haben aufwändige Installationsprozeduren. Die Programme werden unter Windows in
%ProgramFiles% abgelegt, die Benutzerdaten in %HomePath% und die Konfiguration
unter %AppData% oder in der Registry. Nicht jede Anwendung lässt sich mit akzeptablem
Aufwand so „verbiegen”, dass alle Daten auf dem Stick liegen. Diejeinigen Anwendungen, bei denen
das gelungen ist, nennen sich „Portable Apps”. Sie finden sie in den Links
am Ende dieses Artikels.
Da die Anwendungen nicht im Startmenü von Windows erscheinen, wurde gibt es ein „Launchpad” Programm, in dem die auf dem Stick installierten Programme registriert werden können. Portable Apps stellen an den Stick keine besonderen Anforderungen außer ausreichender Kapazität und Performance.
U3
Die Idee mit dem Launchpad lässt sich noch etwas komfortabler gestalten: Spezielle, U3-kompatible Memory Sticks stellen sich gegenüber Windows nicht als ein einziger Wechseldatenträger, sondern als zwei Laufwerke dar: Ein Wechseldatenträger und ein CD-ROM Laufwerk. Wenn man die Autostartfunktion für CDs aktiviert hat, startet das Launchpad automatisch beim Einstecken des Sticks und erscheint als Icon in der Taskleiste. U3 Anwendungen werden im Gegensatz zu Portable Apps automatisch im Launchpad registriert.
Grenzen
Viele Anwendungen werden nicht vom Hersteller als Portable Apps entwickelt, sondern nur von Dritten neu gepackt. Manche Anwendungen greifen doch noch auf Ressourcen des lokalen Rechners zu, und wenn ein portables Produkt eine Netzwerkverbindung öffnet, kann das eine Reaktion bei einer personal Firewall auslösen.
Sicherheit
Wenn auf dem Speichermedium nicht nur Daten, sondern auch Programme zwischen Rechnern übertragen werden, steigt das Risiko, sich einen Virus von einem fremden Rechner einzufangen oder ihn auf einen fremden Rechner zu übertragen. Falls der fremde Rechner durch „Trojaner” oder „Key Logger” verseucht ist, können Passwörter für die portable Apps (z. B. Email Postfach) gestolen werden. Der Passwortschutz eines Memory Sticks funktioniert nicht wie eine Smartcard, sondern einmal geöffnet, können alle gut- oder böswilligen Programme auf die Daten zugreifen. Siehe dazu auch: Safe Portable App-ing.





